Welche Körnung für Aluminium? 80, 120, 240, 400, 600 und 800 erklärt

Welche Körnung für Aluminium? 80, 120, 240, 400, 600 und 800 erklärt

Welche Körnung für Aluminium? 80, 120, 240, 400, 600 und 800 erklärt

Welche Körnung du beim Aluminiumschleifen brauchst, hängt nicht davon ab, welcher Schleifstern gerade in deiner Werkstatt liegt. Entscheidend ist immer der Zustand der Oberfläche und welches Ergebnis du erreichen möchtest.

Ein leicht oxidierter Motordeckel braucht eine andere Körnung als ein raues Alugussteil, eine sandgestrahlte Fläche oder eine Gabelbrücke mit tiefen Kratzern. Wer zu fein beginnt, arbeitet unnötig lange. Wer zu grob startet, erzeugt tiefe Schleifspuren und trägt mehr Material ab als nötig.

Die wichtigste Grundregel lautet deshalb:

So fein wie möglich starten, aber so grob wie nötig.

Alu schleifen und polieren mit dem Schleifstein

Die richtige Startkörnung finden

Bevor du einfach loslegst, solltest du dir die Oberfläche genau anschauen. Ist das Aluminium nur matt und leicht oxidiert? Gibt es tiefe Kratzer? Handelt es sich um rauen Aluminiumguss? Wurde die Oberfläche gestrahlt? Oder möchtest du lediglich ein bereits bearbeitetes Teil wieder auffrischen?

Am besten testest du die gewählte Körnung zuerst an einer kleinen, möglichst unauffälligen Stelle. Verändert sich die Oberfläche sauber und zügig, passt die Körnung wahrscheinlich. Passiert kaum etwas, musst du eine Stufe gröber werden. Entstehen sofort unnötig tiefe Schleifspuren, war die Körnung zu grob.

Wichtig ist außerdem die richtige Anwendung des Schleifsterns. Er wird nicht wie eine Fächerscheibe mit starkem Druck ins Material gepresst. Die Spitzen sollen sich frei bewegen und an die Form des Bauteils anpassen. Eine zu fein gewählte Körnung wird nicht dadurch besser, dass du stärker drückst.

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80er Körnung: Für sehr raue Gussoberflächen

Die 80er Körnung ist die gröbste Variante in dieser Abstufung. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn wirklich Material bewegt oder eine sehr raue Oberflächenstruktur reduziert werden muss.

Typische Anwendungen sind:

  • sehr raue Alugussoberflächen
  • starke Gussnarbe
  • grobe Unebenheiten
  • tiefe Kratzer
  • stark beschädigte Reparaturstellen
  • grobe Vorarbeit nach dem Schweißen

Bei einem rauen Gusskrümmer oder einem alten Motorgehäuse kann die 80er Körnung viel Zeit sparen. Mit 400 oder 800 würdest du an einer solchen Oberfläche ewig arbeiten, ohne die grobe Struktur vernünftig zu verändern.

Wer mit 80 beginnt, muss anschließend aber auch die feineren Stufen sauber durcharbeiten. Ein direkter Sprung von 80 auf 400 oder 800 ist nicht sinnvoll, weil die groben Schleifspuren sichtbar bleiben.

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120er Schleifstern Körnung: Für tiefe Kratzer und stark beschädigte Flächen

Die 120er Körnung ist sinnvoll, wenn 80 zu grob wäre, 240 aber nicht genügend Schleifleistung bringt.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • tiefere Kratzer in Aluminiumteilen
  • stark oxidierte Oberflächen
  • sandgestrahlte oder stark aufgeraute Bauteile
  • Gabelbrücken mit deutlichen Gebrauchsspuren
  • Reparaturstellen mit sichtbaren Übergängen

Die 120er Körnung eignet sich gut, um stärkere Beschädigungen herauszuarbeiten, ohne so aggressiv vorzugehen wie mit 80. Danach wird normalerweise mit 240 weitergearbeitet.

Bevor du die Körnung wechselst, müssen die Schleifspuren der 120er Stufe gleichmäßig sein. Einzelne tiefe Kratzer bleiben sonst bis zur späteren Politur sichtbar.

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240er Körnung: Der praktische Allrounder

Die 240er Körnung ist für viele Aluminiumteile eine der wichtigsten Abstufungen. Sie ist grob genug, um normale Oxidation, mittlere Kratzer und beschädigte Oberflächen zu bearbeiten, bleibt aber gut kontrollierbar.

Typische Anwendungen sind:

  • gebrauchte Motordeckel
  • normale Oxidation
  • leichte bis mittlere Kratzer
  • Schweißreparaturen nach der groben Formarbeit
  • Vorbereitung für 400 und 800
  • mattes technisches Finish

Bei vielen Werkstattarbeiten ist 240 ein sinnvoller Startpunkt. Wer pauschal immer mit 80 beginnt, trägt unnötig Material ab und erzeugt zusätzliche Arbeit.

Auch bei einer Oberfläche, die später nicht hochglanzpoliert werden soll, kann 240 bereits ein passendes Endergebnis erzeugen. Das hängt davon ab, wie grob oder fein der gewünschte Kreuzschliff aussehen soll.

400er Körnung: Feinschliff und Kreuzschliff

Die 400er Körnung kann entweder als Feinschliff oder bereits als gewünschtes Endfinish eingesetzt werden.

Der mit einem Schleifstern erzeugte Kreuzschliff wirkt auf vielen Motorteilen, Rahmen und Oldtimerbauteilen sauber und technisch. Nicht jedes Bauteil muss anschließend auf Hochglanz poliert werden.

400 Schleifstern eignet sich besonders für:

  • bereits gute Aluminiumoberflächen
  • feinen Kreuzschliff
  • Vorbereitung auf 800
  • Motordeckel mit leichter Oxidation
  • Schriftzüge und Konturen
  • sichtbare Schweißnähte, die erhalten bleiben sollen

Ist die Oberfläche bereits relativ glatt, kannst du häufig direkt mit 400 beginnen. Das spart Zeit und verhindert unnötige grobe Schleifspuren.

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600er Körnung: Optionaler Zwischenschritt

Die 600er Körnung ist kein zwingender Arbeitsschritt. Bei vielen Aluminiumteilen funktioniert der Sprung von 400 direkt auf 800 problemlos.

600 kann sinnvoll sein, wenn ein besonders gleichmäßiges Ergebnis gewünscht wird, das Material schwierig reagiert oder du bei einer hochwertigen Hochglanzpolitur sehr sauber vorarbeiten möchtest.

Wichtig ist: Die 600er Körnung darf nicht dazu dienen, grobe Schleifspuren zu verstecken. Sind noch deutliche Riefen der 240er Körnung vorhanden, musst du zuerst mit 400 sauber weiterarbeiten.

800er Körnung: Endschliff vor dem Polieren

Die 800er Körnung ist häufig die letzte Schleifstufe vor einer Hochglanzpolitur. Die Oberfläche wird sehr fein, während Konturen, Rundungen, Schriftzüge und sichtbare Schweißnähte bei richtiger Anwendung weitgehend erhalten bleiben.

800 eignet sich außerdem für:

  • sehr feines Oberflächenfinish
  • leicht matte, bereits polierte Teile
  • punktuelle Reparaturpolituren
  • Motorradrahmen mit leichten Gebrauchsspuren
  • Feinschliff nach 400 oder 600

Für Lackreste, tiefe Kratzer oder grobe Gussstruktur ist 800 dagegen ungeeignet. Du würdest viel Zeit verlieren, ohne die eigentliche Beschädigung vernünftig zu entfernen.

Welche Reihenfolge ist sinnvoll?

Die folgenden Abstufungen haben sich in der Praxis bewährt:

Sehr raue Gussoberfläche

80 → 120 → 240 → 400 → 800

Tiefe Kratzer oder gestrahlte Fläche

120 → 240 → 400 → 800

Normale Gebrauchsspuren

240 → 400 → 800

Leicht oxidierte, bereits gute Oberfläche

400 → 800

Mattes Kreuzschliff-Finish

240 oder 400 als Endstufe

Diese Reihenfolgen sind keine starren Gesetze. Das tatsächliche Schleifbild entscheidet, nicht eine pauschale Tabelle.

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Praxisbeispiele aus der Werkstatt

Gabelbrücke mit tieferen Kratzern

Wenn du mit 800 beginnst und die vorhandenen Riefen kaum verschwinden, ist die Körnung zu fein. Je nach Tiefe der Kratzer wird mit 120 oder 240 begonnen und anschließend wieder stufenweise feiner gearbeitet.

Rauer Alugusskrümmer

Bei einer starken Gussnarbe kann 80 der richtige Einstieg sein. Danach werden alle notwendigen Stufen bis zum gewünschten Finish durchgearbeitet.

Motordeckel mit leichter Oxidation

Bei einem glatten Motordeckel reichen häufig 400 und anschließend 800. Eine gröbere Körnung würde nur unnötig tiefe Schleifspuren erzeugen.

Schweißnaht nacharbeiten

Große Materialüberstände werden zuerst mit einem geeigneten Werkzeug reduziert. Der Schleifstern wird anschließend verwendet, um Übergänge, Rundungen und das Oberflächenfinish sauber anzugleichen.

Welche Körnung dafür richtig ist, hängt davon ab, wie viel Material noch bewegt werden muss. Für grobe Übergänge kann 120 oder 240 notwendig sein. Für den Feinschliff reichen häufig 400 oder 800.

Häufige Fehler bei der Körnungswahl

  • Zu fein beginnen: Die Bearbeitung dauert unnötig lange.
  • Zu grob beginnen: Es entstehen tiefe Schleifspuren und unnötiger Materialabtrag.
  • Zu viele Stufen überspringen: Grobe Riefen bleiben sichtbar.
  • Mit zu viel Druck arbeiten: Eine falsch gewählte Körnung wird nicht durch mehr Kraft besser.
  • Zu früh polieren: Beim Polieren werden stehengebliebene Schleifspuren noch deutlicher.
  • Nur nach Zeit arbeiten: Entscheidend ist eine gleichmäßige Oberfläche.

Häufige Fragen zur richtigen Körnung

Muss ich jede Körnung verwenden?

Nein. Bei einer guten Oberfläche reichen häufig 400 und 800. Je gröber der Ausgangszustand ist, desto mehr Schleifstufen sind notwendig.

Welche Körnung eignet sich vor dem Aluminiumpolieren?

In vielen Fällen ist 800 die letzte Schleifstufe vor der Politur.

Welche Körnung ist für Aluminiumguss richtig?

Bei sehr rauem Guss wird häufig mit 80 oder 120 begonnen. Bei glatterem Guss können 240 oder 400 ausreichen.

Kann ich von 400 direkt auf 800 wechseln?

Ja. Das funktioniert bei vielen Aluminiumoberflächen sehr gut.

Wann brauche ich die 600er Körnung?

600 ist ein optionaler Zwischenschritt für besonders gleichmäßige Ergebnisse oder schwierige Materialien.

Welche Körnung erzeugt ein mattes Finish?

Je nach gewünschter Struktur sind 240 oder 400 gute Endstufen.

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Fazit: Die Oberfläche bestimmt die Körnung

Die richtige Körnung spart Zeit und schützt das Bauteil vor unnötigem Materialabtrag. Du solltest deshalb nicht pauschal mit der gröbsten oder feinsten Variante starten.

Bei normalen Gebrauchsspuren ist 240 häufig der beste Einstieg. Für gute, leicht oxidierte Oberflächen reicht oft 400. Sehr rauer Guss braucht möglicherweise 80 oder 120. Vor dem Polieren endet der Schleifaufbau meistens bei 800.

Entscheidend bleibt: So fein wie möglich beginnen, aber so grob wie nötig arbeiten.

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