Tank schweißen und reparieren: Darauf kommt es bei dünnem Blech wirklich an
Ein kleiner Riss an der Befestigungslasche, ein winziges Loch im Tank – sieht erstmal nach einer schnellen Reparatur aus. In der Praxis steckt aber oft mehr dahinter. Gerade bei alten Motorrad-, Moped- oder Fahrzeugtanks kann aus einem kleinen Loch beim Schweißen schnell ein deutlich größeres werden.
Genau solche Reparaturen landen bei uns regelmäßig auf dem Tisch. In diesem Werkstatt-Vlog waren es gleich mehrere Tanks auf einmal. Deshalb zeige ich euch hier einmal, worauf ich beim Tank schweißen achte, warum zu wenig Leistung nicht automatisch besser ist und weshalb die Arbeit nach dem Schweißen noch lange nicht vorbei ist.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Tank zum Schweißen richtig vorbereiten
- 2. Warum Tanks oft an der Befestigungslasche reißen
- 3. Dünnes Blech bedeutet nicht automatisch wenig Leistung
- 4. Wenn das Loch beim Schweißen plötzlich größer wird
- 5. Hilfsmittel beim MAG-Schweißen
- 6. Nach der Reparatur: Tank auf Dichtigkeit prüfen
- 7. Tank anschließend versiegeln
- 8. Fazit aus der Werkstatt
Tank zum Schweißen richtig vorbereiten
Bevor überhaupt der Brenner gezündet wird, kommt der wichtigste Teil: die Vorbereitung. Ein Kraftstofftank darf natürlich nicht einfach so geschweißt werden. Der Tank muss fachgerecht gereinigt und frei von einer zündfähigen Atmosphäre sein. Je nach Tank und Arbeit kann außerdem das Formieren beziehungsweise Spülen mit Argon eine Möglichkeit sein.
Auch außen muss die Reparaturstelle sauber vorbereitet werden. Lack, Rost, Beschichtungen und Verschmutzungen haben direkt an der Schweißstelle nichts verloren. Gerade bei alten Tanks sieht man außerdem häufig erst nach dem Reinigen oder Entrosten, wie dünn das Material tatsächlich geworden ist.
Das hatten wir auch bei den Tanks aus dem Video. Nach dem Reinigen kamen an mehreren Stellen kleine Löcher zum Vorschein. Das ist ärgerlich, aber genau dafür macht man die Vorarbeit: Lieber sehe ich vorher, wo das Material schlecht ist, als später die nächste Undichtigkeit zu haben.
Warum Tanks oft an der Befestigungslasche reißen
Ein absoluter Klassiker bei uns sind gerissene Befestigungslaschen am Tank. Durch Vibrationen und Belastungen entstehen rund um die Halterungen mit der Zeit Risse. Manchmal sieht man außen nur eine kleine undichte Stelle – beim Freilegen stellt sich dann heraus, dass der Riss deutlich weiter um die Lasche läuft.
Genau deshalb bringt es wenig, einfach nur einen sichtbaren Punkt zuzubraten. Die beschädigte Stelle muss sauber freigelegt und beurteilt werden.
Dünnes Blech bedeutet nicht automatisch wenig Leistung
Hier kommt einer meiner wichtigsten Tipps aus der Praxis: Nehmt beim Tank schweißen nicht automatisch extrem wenig Leistung, nur weil das Tankblech dünn ist.
Das ist ein Denkfehler, den ich immer wieder sehe.
Das eigentliche Tankblech hat vielleicht nur ungefähr einen Millimeter. An einer Befestigungslasche treffen aber mehrere Materialstärken aufeinander. Das dünne Tankblech, eine beispielsweise etwa zwei Millimeter starke Lasche und zusätzlich die vorhandene Schweißnaht müssen miteinander verbunden werden.
Deshalb habe ich bei den gezeigten Reparaturen teilweise deutlich mehr Strom verwendet, als man bei einem einzelnen dünnen Blech zunächst erwarten würde. Entscheidend ist nicht irgendeine pauschale Ampere-Zahl, sondern dass ich ein kontrollierbares Schmelzbad bekomme und die Materialien wirklich miteinander verbinde.
Im Video arbeite ich mich dabei Stück für Stück von vorhandenen beziehungsweise neu gesetzten Heftpunkten weiter. Das braucht etwas Erfahrung und Gefühl für das Schmelzbad.
Wenn das Loch beim Schweißen plötzlich größer wird
Das kann bei einem alten Tank passieren: Man setzt an einer sehr dünnen Stelle an – und aus dem kleinen Loch wird erstmal ein größeres.
Das ist nicht automatisch das Ende des Tanks. Wenn das umliegende Material noch brauchbar ist, kann die schlechte und hauchdünne Stelle kontrolliert entfernt beziehungsweise aufgeschmolzen und anschließend wieder Material aufgebaut werden.
Mir ist eine vernünftig aufgebaute Reparatur lieber, als nur irgendwie über eine bereits papierdünne Stelle drüberzuschweißen.
Wichtig ist dabei auch das Wärmemanagement. Im Video nutze ich beispielsweise Druckluft, um angrenzende Bereiche zwischendurch zu kühlen. Gerade bei einem ansonsten noch ordentlich lackierten oder beschichteten Tank möchte ich nicht mehr Oberfläche als nötig durch die eingebrachte Wärme beschädigen.
Meine Hilfsmittel beim MAG-Schweißen
Bei diesen Reparaturen arbeite ich unter anderem mit einem normalen 0,8-mm-MAG-Draht. Daneben liegen bei mir ein paar kleine Hilfsmittel, die beim täglichen Schweißen einfach dazugehören.
Eines davon ist Schweiß- beziehungsweise Trennspray. Damit lassen sich entsprechende Bereiche vor anhaftenden Schweißspritzern schützen und man kann sich später einiges an Nacharbeit sparen.
Das passende Trennspray, das wir selbst für solche Arbeiten verwenden, findet ihr hier:
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Gerade beim täglichen MIG/MAG-Schweißen sind solche Kleinigkeiten für mich wichtiger als irgendwelches unnötiges Spezialwerkzeug. Wenn ich mir bei jeder Reparatur ein paar Minuten Nacharbeit sparen kann, macht das über das Jahr einen gewaltigen Unterschied.
Nach der Reparatur: Tank unbedingt auf Dichtigkeit prüfen
Nur weil die Schweißnaht gut aussieht, ist der Tank noch lange nicht fertig.
Nach unseren Tankreparaturen folgt deshalb eine Dichtigkeitsprüfung. Das ist für mich ein fester Bestandteil der Arbeit. Erst danach weiß ich, ob die reparierte Stelle wirklich dicht ist oder irgendwo noch eine kleine Undichtigkeit sitzt.
Für solche Prüfungen gibt es unter anderem spezielles Lecksuchspray:
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Wichtig: Bei einer Druckprüfung von Tanks muss mit geeigneten Verfahren und sehr niedrigen, kontrollierten Prüfdrücken gearbeitet werden. Ein Tank ist kein Druckbehälter, den man einfach mit beliebig viel Druck beaufschlagen kann.
Nach dem Schweißen: Tank versiegeln und konservieren
Bei einigen Tanks ist die Reparatur mit Schweißen und Dichtigkeitsprüfung abgeschlossen. Andere Tanks bekommen bei uns anschließend noch eine Tankversiegelung.
Das macht vor allem dann Sinn, wenn wir es mit älteren Tanks zu tun haben, bei denen Korrosion und der Zustand der Tankinnenseite ohnehin ein Thema sind.
Hier kommt bei uns unter anderem die WAGNER Tankversiegelung ins Spiel. Für kleinere Motorrad- und Mopedsprit-Tanks gibt es beispielsweise ein Set bis 10 Liter mit WAGNER Rostfix und WAGNER Tankfix.

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WAGNER Tankfix gibt es außerdem einzeln und in unterschiedlichen Mengen:
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Das Thema Tank entrosten und versiegeln ist allerdings nochmal eine Geschichte für sich. Dazu werde ich separat noch genauer zeigen, wie wir solche Tanks vorbereiten, behandeln und anschließend von innen versiegeln.
Tank reparieren statt direkt wegwerfen
Genau solche Arbeiten sind für mich klassisches Reparaturschweißen. Eine gerissene Befestigungslasche oder ein kleines Loch bedeutet nicht automatisch, dass der komplette Tank Schrott ist.
Man muss sich aber anschauen, wie das Material wirklich aussieht. Vorbereitung, ausreichend Leistung, ein kontrolliertes Schmelzbad und vor allem die anschließende Dichtigkeitsprüfung gehören für mich zusammen.
Und genau das ist auch der Grund, warum ich solche Reparaturen gerne im Werkstattalltag zeige. Es geht nicht darum, irgendeine perfekte Schweißnaht für Instagram zu produzieren. Am Ende muss das Bauteil wieder funktionieren.
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Das komplette Video mit den Tankreparaturen, weiteren Schweißarbeiten und Einblicken in unseren Werkstattalltag findet ihr auf meinem YouTube-Kanal.
ich hoffe dir hat mein Beitrag Tank schweißen und reparieren: Darauf kommt es bei dünnem Blech wirklich an weitergeholfen. Schau dir noch meine Kostenlosen Wig Schweißertipps anl HIER
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