Optrel Swiss Air im Praxistest: Atemschutz beim Schweißen und Schleifen
Schweißrauch, Schleifstaub, alte Farbe, Ölreste und Beschichtungen auf 30 oder 40 Jahre alten Bauteilen – wer jeden Tag in einer Werkstatt arbeitet, weiß teilweise überhaupt nicht, was da alles in der Luft hängt.
Bei uns wird täglich Aluminium, Aluguss, Edelstahl und Stahl geschweißt. Dazu kommen alte Motorgehäuse und Reparaturteile, die geschliffen, gereinigt und wieder geschweißt werden.
Genau deshalb gehört vernünftiger Atemschutz für mich mittlerweile zum normalen Werkstattalltag.
Eine Lösung, die ich selbst nutze, ist das
Optrel Swiss Air Atemschutzsystem.
Der entscheidende Unterschied zu vielen klassischen Frischluft-Schweißhelmen:
Der Atemschutz funktioniert unabhängig vom eigentlichen Schweißhelm.

Inhaltsverzeichnis
- Warum Atemschutz beim Schweißen?
- Was macht das Optrel Swiss Air anders?
- Meine Erfahrungen in der Werkstatt
- Welche Optrel Swiss Air Systeme gibt es?
- Vorteile und Nachteile
- Bis zu 500 € Förderung – wann ist das möglich?
- Mein Fazit
- FAQ
Warum Atemschutz beim Schweißen?
Wir haben an unseren Schweißarbeitsplätzen Absaugungen – und das ist auch richtig so.
Eine Absaugung muss allerdings vernünftig positioniert werden. Ist sie zu weit vom Schweißbereich entfernt, zieht ein Teil des Rauchs trotzdem vorbei.
Gerade bei unseren Reparaturen kommt noch etwas dazu: Wir bearbeiten teilweise jahrzehntealte Motorgehäuse und andere Bauteile. Ölreste, Lack, Kleber, Korrosionsschutz oder andere Verunreinigungen sind dabei keine Seltenheit.
Beim WIG-Schweißen sitze ich teilweise extrem nah am Bauteil. Beim Schleifen entstehen zusätzlich Staub und feine Partikel.
Für mich lautet die Lösung deshalb nicht Absaugung ODER Atemschutz, sondern sinnvollerweise beides.
Was macht das Optrel Swiss Air anders?
Beim
Optrel Swiss Air
trägst du die Filter- und Gebläseeinheit auf dem Rücken. Über Schläuche wird gefilterte Luft zur Halbmaske geführt, die Mund und Nase abdeckt.
Das System besitzt die Schutzstufe TH3 nach EN 12941 und einen dreistufig einstellbaren Luftstrom.
Für mich ist aber etwas anderes viel wichtiger:
Ich bin nicht dauerhaft an einen bestimmten Schweißhelm gebunden.
Ich kann schweißen, anschließend den Helm abnehmen und bei einer geeigneten Folgetätigkeit meinen Atemschutz weitertragen.

Alle Varianten findest du auch gesammelt in unserer Kategorie
Optrel Frischluftsysteme.
Meine Erfahrungen mit Swiss Air beim Schweißen und Schleifen
Genau bei wechselnden Arbeiten spielt das System für mich seine größte Stärke aus.
Eine typische Reparatur bei uns bedeutet nicht drei Stunden durchgehend schweißen. Wir reinigen, schleifen, passen an, schweißen, schleifen erneut und bearbeiten das Bauteil weiter.
Mit dem Swiss Air kann ich den Schweißhelm abnehmen, ohne automatisch meinen kompletten Atemschutz abzulegen.
Auch der Tragekomfort ist für mich wichtig. Natürlich trägst du zusätzliche Technik am Körper. Das merkt man und daran muss man sich gewöhnen.
Aber ganz einfach gesagt:
Der beste Atemschutz bringt dir nichts, wenn er so unbequem ist, dass er nach zwei Wochen im Schrank liegt.
Beim Swiss Air funktioniert das für mich auch über längere Zeit vernünftig.
Welche Optrel Swiss Air Systeme gibt es?
Das Interessante ist, dass du das Swiss Air nicht nur einzeln kaufen musst. Je nachdem, welche Arbeiten du machst, gibt es verschiedene Kombinationen mit Optrel-Schweißhelmen.
Swiss Air einzeln:
Optrel Swiss Air Atemschutzsystem mit Control Panel ansehen
Für viel Schweißen und häufigen Wechsel zwischen Schweißen und Schleifen:
Optrel Helix 2.5 + Swiss Air Ready-to-Weld Paket
Für hohe Schutzstufen und anspruchsvolle Schweißarbeiten:
Optrel Helix quattro + Swiss Air

Weitere Swiss-Air-Komplettpakete:
- Optrel e684 + Swiss Air
- Optrel Crystal 2.0 + Swiss Air
- Alle Optrel Schweißhelme ansehen
- Optrel Zubehör und Ersatzteile
Damit hast du nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Schweißhelmen, sondern kannst dir das System passend zu deiner tatsächlichen Arbeit zusammenstellen.
Vorteile und Nachteile aus meiner Sicht
Was mir gefällt
- Atemschutz unabhängig vom eigentlichen Schweißhelm
- sehr flexibel bei wechselnden Arbeiten
- angenehm beim Wechsel zwischen Schweißen und Schleifen
- TH3-Atemschutz
- verschiedene Optrel-Schweißhelme kombinierbar
- für den professionellen Werkstatteinsatz interessant
Was man wissen muss
- das System ist keine günstige Anschaffung
- du trägst zusätzliche Ausrüstung am Körper
- Filter müssen kontrolliert und gewechselt werden
- der Akku muss geladen werden
Ich habe mittlerweile zwei Akkus. Denn jeder aus der Werkstatt kennt es: Gas leer, Draht leer – und natürlich genau dann auch noch der Akku.
Bis zu 500 € Förderung – wann ist das möglich?
Hier wird es interessant, gerade für Betriebe.
Die BG BAU führt aktuell gebläseunterstützte Filtergeräte mit Helm als förderfähige Arbeitsschutzmaßnahme. Nach den aktuellen Angaben können 50 % der Anschaffungskosten bis maximal 500 € pro Maßnahme gefördert werden.
Wichtig: Das bedeutet nicht, dass automatisch jedes Swiss-Air-System und jeder Käufer 500 € bekommt. Entscheidend sind unter anderem die zuständige Berufsgenossenschaft, die konkrete Ausführung und die jeweiligen Förderbedingungen.
Deshalb unbedingt vor dem Kauf prüfen.
→ Aktuelle BG-BAU-Förderung für gebläseunterstützte Filtergeräte prüfen
Gerade wenn du als Betrieb mehrere Mitarbeiter ausstatten möchtest, würde ich mich vorher direkt mit deiner Berufsgenossenschaft abstimmen.
Mein Fazit zum Optrel Swiss Air
Früher habe ich Arbeitsschutz teilweise eher als notwendiges Übel gesehen. Mittlerweile denke ich darüber anders.
Wenn du jeden Tag schweißt und schleifst, reden wir nicht über ein paar Minuten Belastung, sondern über Jahre.
Genau deshalb gefällt mir das Swiss Air.
Nicht weil es irgendein technisches Spielzeug ist, sondern weil das Konzept in meinem Werkstattalltag funktioniert.
Ich kann schweißen, den Helm abnehmen, weiterarbeiten und meinen Atemschutz bei geeigneten Arbeiten weiter nutzen.
Wer nur zweimal im Jahr etwas schweißt, muss die Investition natürlich anders bewerten. Wer dagegen jede Woche oder jeden Tag in der Werkstatt steht, sollte sich meiner Meinung nach ernsthaft mit dem Thema Atemschutz beschäftigen.
→ Optrel Swiss Air bei Alu Löffel ansehen
→ Alle Optrel Frischluftsysteme vergleichen
Weitere Informationen direkt beim Hersteller Optrel
Häufige Fragen zum Optrel Swiss Air
Was ist das Optrel Swiss Air?
Das Swiss Air ist ein gebläseunterstütztes Atemschutzsystem. Eine Filter- und Gebläseeinheit wird am Körper getragen und versorgt eine Halbmaske mit gefilterter Luft.
Kann ich Swiss Air beim Schweißen und Schleifen verwenden?
Der große Vorteil des Systems ist die Unabhängigkeit vom eigentlichen Schweißhelm. Dadurch lässt es sich mit verschiedenen geeigneten Schutzlösungen kombinieren.
Ersetzt Swiss Air eine Schweißrauchabsaugung?
Nein. Eine wirksame Absaugung des Schweißrauchs bleibt wichtig. Persönlicher Atemschutz ist abhängig von der jeweiligen Gefährdung eine zusätzliche Schutzmaßnahme.
Welchen Optrel Helm kann ich mit Swiss Air kaufen?
Bei uns findest du unter anderem Komplettpakete mit Helix 2.5, Helix quattro, e684 und Crystal 2.0. Welcher Helm sinnvoll ist, hängt davon ab, was und wie häufig du schweißt.
Gibt es eine Förderung für Frischluft- und Atemschutzsysteme?
Ja, es gibt Förderprogramme verschiedener Berufsgenossenschaften. Bei der BG BAU sind aktuell unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 50 % der Anschaffungskosten beziehungsweise maximal 500 € pro Maßnahme möglich. Die Förderfähigkeit sollte immer vor dem Kauf geprüft werden.








